Bevölkerung:
118.410.400 (Indien: 100.866.000; Pakistan: 15.673.000; Bangladesh: 550.000; u.a.)
Hauptsprache:
Bengalisch (Bangladesch); Urdu (Indien); Sindhi (Pakistan); Nepali (Nepal)
Alternativer Name:
Bengalen
Größte Religion:
Sunnitischer Islam; Geisterglaube
Christen:
0,00 %
Evangelikale:
0,00 %
10/40 Fenster:
Ja
Bibelübersetzung:
vollständig vorhanden (Bengalisch (2000), Urdu (1998), Sindhi (1954), Nepali (2004))

Hintergrund / Geschichte
Der Begriff Shaikh bezeichnet eine soziokulturelle Gruppe, die ursprünglich auf arabische Siedler in Südasien zurückgeht und heute viele verschiedene Untergruppen umfasst. Der Islam gelangte im Jahr 711 n. Chr. in das Gebiet des heutigen Pakistan, als eine muslimisch-arabische Armee den nordwestlichen Teil des Industals – von Jammu und Kaschmir bis zum Arabischen Meer – eroberte. In den folgenden Jahrhunderten kamen Technokraten, Beamte, Soldaten, Händler, Wissenschaftler, Architekten, Lehrer, Theologen und Sufis aus anderen Teilen der arabischen und muslimischen Welt in das islamische Sultanat in Südasien und ließen sich dort dauerhaft nieder.

Die Nachkommen dieser arabischen Einwanderer tragen meist den Titel Shaikh und werden in Pakistan auch als Muslim Khatri bezeichnet. Sie gehören zur Zamindar-Gruppe, die traditionell mit der Landwirtschaft verbunden ist und eine der beiden Hauptgruppen der Punjabis bildet. Der Begriff Shaikh wird außerdem häufig für die Anführer oder Ältesten arabischer Gemeinschaften verwendet.

Mit der Ausbreitung des Islam in Südasien traten auch einige Angehörige höherer Kasten – darunter Brahmanen, muslimische Rajputen und Khatris – in der Region Punjab zum Islam über und übernahmen den Titel Shaikh. Diese Gruppe ist als Punjabi Shaikh bekannt. Die meisten Punjabi Shaikhs leben heute in Städten und haben nur noch wenig Bezug zu ihrer traditionellen landwirtschaftlichen Herkunft. Einige Familien bewirtschaften jedoch weiterhin eigenes Land in den westlichen Distrikten des Punjab.

Die städtischen Punjabi Shaikhs sind vor allem im Geschäftsleben und im öffentlichen Dienst tätig. Häufig wird ihnen – teils stereotypisch – ein besonderes Gespür für Geschäfte zugeschrieben. Die Hauptsprache der Shaikh ist Urdu. Daneben sprechen sie auch die jeweiligen regionalen Sprachen der Gebiete, in denen sie leben.

Wie sieht ihr Alltag aus?
Die meisten sind verstädtert und nicht an einen bestimmten Beruf gebunden; viele arbeiten in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst. Nur wenige betreiben noch die traditionelle Landwirtschaft in ländlichen Gebieten. Sie hatten bereits maßgeblichen Einfluss in der Literatur, außerdem finden sich viele berühmte Intellektuelle unter ihnen. Ihr Bildungsniveau in den Städten ist relativ hoch. Sie haben allerdings das Gefühl, dass sie es als Gemeinschaft nicht so weit gebracht haben, wie sie es gekonnt hätten. In Bangladesch sind viele von ihnen bitterarm. Kinder müssen arbeiten, weil die Eltern nicht genug verdienen, um die Familie zu ernähren. Sie leiden wie alle anderen in diesem Land unter den Überschwemmungen durch den Monsunregen sowie unter den Stürmen, die das Wasser aus dem Meer aufs Land fegen. Im September 2007 war zeitweise mehr als ein Drittel des Landes überschwemmt. Häufige Nachnamen sind Mondal, Siddiqui, Usmani, Faroqui und Sheikh. Die Shaikhs heiraten innerhalb ihrer Gruppe. Die Familien arrangieren die Eheschließungen. Es ist die Norm, nur eine Frau zu heiraten, aber ein Mann kann auch mehrere Frauen heiraten, wenn er es sich leisten kann. Die Söhne erben den Besitz. Für die Muslime gibt es eine besondere Variante der bengalischen Sprache, das Bangla Musalmani. Diese Variante ist mit islamischen religiösen Ausdrücken aus dem Arabische angereichert.

Was glauben sie?
Die Shaikhs bekennen sich zum Islam. Sie sind mehrheitlich Sunniten, es gibt aber auch Schiiten unter ihnen. Oft mischen sie den muslimischen Glauben mit dem Glauben an Geister oder auch dem Sufismus. Der Sufismus ist eine muslimische, mystische und emotionale Praxis, die versucht, einen geistlich reinen Zustand zu erreichen (“fitra”). Sufis lassen sich von geistlichen Lehrern in bestimmten Ordnungen anleiten. Der Geisterglaube bezieht sich oft auf Verstorbene, die einst politisch mächtig waren und als “Heilige” betrachtet wurden (“pirs”). Shaikhs besuchen auch Jahre später die Gräber der “pirs” in der Hoffnung, durch deren geistliche Macht wirtschaftliche Vorteile und/oder Heilung von Krankheiten zu erfahren. Sie versuchen, die Lehren des Korans und des Propheten Mohammad zu befolgen. Sie hoffen, dass sie, wenn sie die Fünf Säulen des Islam befolgen, nach ihrem Tod in den Himmel kommen werden. Allah, der oberste Gott des Universums, bestimmt jedoch, wer ins Paradies kommt. Sunniten beten fünfmal am Tag mit Blick auf Mekka. Sie fasten im Monat Ramadan. Freitags besuchen sie die Gottesdienste in der Moschee. Wenn ein Muslim die Mittel hat, pilgert er oder sie einmal im Leben nach Mekka. Muslimen ist es außerdem verboten, Alkohol zu trinken, Schweinefleisch zu essen, Glücksspielen nachzugehen, zu stehlen, zu betrügen, zu verleumden und Götzen zu bauen. Die beiden wichtigsten Feiertage für sunnitische Muslime sind Eid al Fitr, das monatliche Fastenbrechen, und Eid al Adha, das Fest der Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Allah zu opfern.

Was sind ihre Bedürfnisse / Wie kann man sie erreichen?
Shaikhs, die in ländlichen Dörfern leben, haben oft keinen Zugang zu moderner Medizin, Strom und sauberem Wasser. Teams von Gläubigen können helfen, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Das Reisen in Bangladesch ist allerdings sehr mühsam und gefährlich, da die Straßen schmal und in einem schlechten Zustand sind. Über die vielen Flüsse im Land gibt es kaum Brücken, und die Fähren, die die Verbindungen herstellen, sind ebenfalls in einem schlechten Zustand, sodass es oft zu Fährunfällen kommt.

Wie kann man für die Shaikh beten?

  • Lieber Vater, es gibt bisher nur sehr wenige Boten, die unter den Shaikh arbeiten. Wir danken dir für diese wenigen treuen und mutigen Diener und bitten dich, noch mehr liebevolle Boten zu senden, die deine Botschaft demütig und ausdauernd unter den Shaikh verbreiten.
  • Herr, wir bitten dich, dass du den Shaikh hilfst, ihre eigenen Überzeugungen und Traditionen zu hinterfragen und ihre Sünde und Not zu erkennen. Mögen sie durch deine Gnade die Wahrheit finden, ihre Sünde bekennen und Vergebung erfahren.
  • Unser Vater im Himmel, hilf uns, die Shaikh in ihrer materiellen Not zu unterstützen und lass uns gleichzeitig deine gute Botschaft von Jesus Christus mit ihnen teilen. Mögen unsere Taten und Worte deine Liebe widerspiegeln.
  • Vater, wir danken dir für den Segen, dass die Bibel, Radioprogramme, Audioaufnahmen, Videos und Bücher auf Bengalisch und Urdu verfügbar sind. Wir beten darum, dass diese wertvollen Ressourcen von den Shaikh genutzt werden.
  • Segne die Shaikh geistlich und materiell und lass sie deine große, aufopferungsvolle Liebe für sie erkennen.

Adoptiere die Shaikh im Gebet

  • Der Herr sucht treue Beter für die Volksgruppe der Shaikh. Bitte bete regelmäßig für die Volksgruppe der Shaikh.
  • Du benötigst mehr Infos? Du bist bereit 1x Woche / 1x Monat / 1x Tag für diese Volksgruppe zu beten? Schick gerne eine E-Mail an unerreichte@gmx.de und lass es uns wissen. Vielen Dank für deinen Dienst und Gottes Segen!

Quellen